JBZ-Montagsrunde: Wie man gemeinsam Stadtgeschichte schreibt
Rückblick
Die Geschichte der eigenen Stadt, des eigenen Stadtteils oder des eigenen Dorfes ist vielen Menschen wichtig. Aber wer schreibt diese Stadtgeschichten eigentlich? Ein Blick in die Praxis zeigt, dass es hier viele unterschiedliche Akteure gibt: Wissenschaftler:innen, aber auch Kommunen mit ihren Museen und Archiven, und vor allem engagierte Bürger:innen in Geschichtsvereinen und erinnerungskulturellen Initiativen. Obwohl diese „Arbeitsteilung“ in der Stadtgeschichte eine lange Tradition hat, ist es oftmals eher ein Nebeneinander als ein Miteinander. Hier kann Citizen Science neue Impulse setzen. Unter dem Schlagwort Citizen Science wird in den letzten Jahren ein wissenschaftspolitischer Ansatz diskutiert, der darauf abzielt, Bürgerinnen und Bürger systematisch in Forschungsprozesse einzubeziehen.
Entstanden ist das Konzept in erster Linie mit Blick auf die Natur-, Technik- und Lebenswissenschaften, mit der Erwartung, dass die Beteiligung von Bürger:innen das Wissen in diesen Bereichen „demokratisieren“ könne.
Wie aber lässt sich Citizen Science auf die Stadtgeschichtsforschung übertragen, die ja seit jeher ein Forschungsfeld ist, auf dem Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle spielen? Was genau kann „demokratisieren“ hier bedeuten und welche Erwartungen an partizipative Forschung sind realistisch? Am Beispiel eines aktuellen Forschungsprojekts zur Geschichte der Salzburger Elisabeth-Vorstadt, das dem Ansatz der Citizen Science folgt, stellt sich vor allem auch die Frage: wie verändern sich die Stadtgeschichten, die wir schreiben, wenn Wissenschaft, Kommunen und Bürger:innen gemeinsam forschen?
Zu Gast ist Sebastian Haumann, Univ. Prof. für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte an der Universität Salzburg.
Anmeldung über die JBZ möglich: zur Anmeldung (Die Teilnahme ist vor Ort oder online via Zoom möglich.)
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